Sonntag

14 Uhr „Institutionalisierte“ Frauenarbeit (offene Gesprächsrunde/ Workshop)

In dieser Veranstaltung soll es um den Werdegang, die Ziele, die Möglichkeiten und Grenzen von etablierter Frauenarbeit gehen. Dazu haben wir vier Kölner Institutionen eingeladen (Lobby für Mädchen, 2.  Autonomes Frauenhaus, Frauen gegen Gewalt e.V., agisra e.V.) sich kurz vorzustellen und einen Einblick in ihre Arbeit, ihre Politik, ihre Konflikte und ihre  Geschichte zu gewähren, bevor wir weitere Fragen stellen und  gemeinsam diskutieren können. Die Idee ist, den Austausch zwischen verschiedenen Generationen und Tätigkeitsbereichen von Feminist_innen zu verstärken.

14 Uhr trans* – transphobie – trans*support für Anfänger*innen und Fortgeschrittene (w.i.r. – Linksradikale Trans*Vernetzung NRW)

Der Begriff „trans“ geistert seit einiger Zeit durch die linke Szene und trotzdem können viele nicht so richtig was mit dem Begriff anfangen, bzw. sehen darin „nur“ eine Kritik am binären Geschlechtersystem. Andere haben trans*Menschen in ihrem Umfeld und sind sich im Umgang mit diesen oft unsicher. Wenn du Lust hast ein bißchen was über trans* zu erfahren; wissen willst was eigentlich Transpobie/Transfeindlichkeit ist und wie sie sich äußert und dich fragst, wie du aktiv solidarisch mit trans*Leuten (sei es mit konkreten Personen in deinem Umfeld oder insgesamt) sein kannst, bist du in der Veranstaltung richtig.

Um auch auf konkrete Fragen von Menschen eingehen zu können, die diese nicht in großer Runde äußern möchten, werden wir an geeigneter Stelle auf dem _Fest einen „Briefkasten“ haben, wo ihr eure Fragen loswerden könnt. D.h. Ihr könnte die Veranstaltung auch nutzen, um Fragen loszuwerden, die ihr empathischerweise nicht auf einer Party einer
flüchtigen Bekanntschaft stellen wollt, nur weil die Person zufällig trans* ist.

15 Uhr Two Tears For Barbarella

Das Trio aus Köln kommt frisch aus England zurück um ein Set voller Grunge-Indie-Pop beizusteuern. Schaurig schön sind die Stücke über gebrochenen Herzen, Vergewaltigungsrachefantasien und Pseudo-Linke. Für Fans von PJ Harvey und Sleater-Kinney.

16 Uhr Psychiatrie und Gender mit Alva Dittrich (Uni Bonn)

Dank der Idee der Homosexuellen als “Inverts” (also verkehrte Geschlechter) war es zum einen möglich auf einer privaten Ebene um Verständnis zu bitten (ich kann nichts dagegen tun), gleichzeitig liefert es aber auch das Argument die sexuelle Orinetierung als Krankheit zu sehen (da sie keine Entscheidung zu Grunde legt). Transsexualität kann so ebenfalls als Gender Identity Disorder angesehen werden, was auch das psychologische Gutachten für die Anpassung rechtfertigt – und die Norm als solche nur doppelt bestätigt.

Spezifisch weibliche Krankheite sind ähnlich konzipiert. Seit den Anfängen der Psychiatrie-Geschichte spielen Sexualität und Geschlecht eine wichtige Rolle in der Diagnostik. Berühmt-berüchtigt sind wohl die Bilder der Hysterikerinnen-Vorführung. Vom wandelnden Uterus über die spezifisch weibliche Art wurde seit jeher eine anti-feministische Psychopathologie ermöglicht und weiterentwickelt.

16 Uhr “Hanuta la Roche” liest Käpten Blaubär:

Die schönsten Geschichten aus den 13½ Leben des Käpt’n Blaubär

16 Uhr Kinder/ Szene / Verantwortung

16 Uhr PKW/LKW Schrauberei

In guter alter DIY Tradition werden Basics für den Umgang mit PKWs/LKWs vermittelt: Was kann ich tun, wenn das Auto liegen bleibt? Was tu ich lieber nicht? Woran erkenn ich was los ist? Wie kann ich das testen? Wie geht so ein Ölwechsel?

18 Uhr HTML mit Esra Uyanik

18 Uhr Ökonomie und Identitäten jenseits von Hauptwiderspruch und ´unhappy marriage´mit Friederike Habermann

Zunächst wollte der Marxismus Single bleiben, niemand war ihm gut genug, so überzeugt war er von sich: Er bekämpfe den Hauptwiderspruch, alles andere würde wie von selbst dadurch erlöst werden. Dann bekam er einen Heiratsantrag vom Feminismus, doch galt dies als ´ unhappy marriage´ (Heidi Hartmann). Schließlich beschloss der Feminismus, ihn zu ignorieren – doch mit dem Fokus auf die (De-)Konstruktion von Identitäten verschwand gleich die gesamte Ökonomie aus dem Blick.

Wie aber, wenn Kapitalismus, Sexismus, Rassismus und alle anderen Herrschaftsverhältnisse nicht als feste Identitäten, sondern als miteinander verwoben verstanden werden? Und wir in unseren Identitäten wiederum damit verknüpft?

Ein Blick in die Geschichte zeigt, wie unser heutiges Verständnis von Zweigeschlechtlichkeit sowie moderner Rassismus entstand. Den homo oeconomicus, das Subjekt der Wirtschaftstheorie, mit in die Betrachtung einzubeziehen, bedeutet nicht, Ökonomie wieder zum Ausgangspunkt zu erklären, aber es hilft, einerseits die Verwobenheit von Herrschaftsverhältnissen zu verstehen, und andererseits, wie sehr wir selbst mit unseren Identitäten – also allen Aspekten unseres Seins – Teil auch unseres materiellen Kontextes sind.

´Queerémos´ – statt ´Vencerémos´ (wir werden siegen) – bedeutet, nicht nur unsere Identitäten, sondern auch die Räume um uns herum zu queeren. Und so eine andere Welt zu erreichen. Denn nur das eine ohne das andere kann sich nicht verändern, und nur, beides zu queeren, wird uns erlauben, in den Worten Michel Foucaults, ´völlig andere zu sein in einer völlig anderen Welt´.

Der Input beruht auf den Büchern ´Der homo oeconomicus und das Andere. Hegemonie, Identität und Emanzipation´ sowie ´Halbinseln. Anders leben und wirtschaften im Alltag´.

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